Weihnachten in Berlin

Ein Musikinstrument zu Weihnachten

Unter dem geschmückten Weihnachtsbaum liegen die Geschenke   Flickr.com, Laura Bittner

Weihnachten steht vor der Tür. Während einige Kinder bereits ellenlange Wunschzettel eingereicht haben, drucksen die anderen vor sich hin. Sie wissen nicht so recht, was sie unter dem Weihnachtsbaum finden wollen. Die Gründe hierfür sind vielfältig; vielleicht besitzen sie schon alles, was sie sich gewünscht haben, oder sie sind schlichtweg bescheiden. So oder so stehen die Eltern vor der Frage, was sie ihrem Sohn oder ihrer Tochter angesichts des Weihnachtsfests überreichen können. Ratlosigkeit macht sich breit. Etwas Sinnloses möchte kein Elternteil gern verschenken. Das eigene Kind soll vielmehr gefördert werden. Idealerweise so, dass es Spaß an der Sache hat und sich weiterentwickeln kann. Der Gedanke, ein Instrument zu verschenken, liegt nahe. Obwohl die Art des Instruments im Grunde keine Rolle spielt, sollte jedoch seitens der Eltern darauf geachtet werden, dass es für den Anfang weder zu schwer zu erlernen, noch zu teuer ist. Bei Nichtgefallen ist der Verlust so nicht allzu groß. Saiteninstrumente wie Geige oder Cello sind für Anfänger nicht geeignet, außerdem braucht das Kind je nach Wachstumsgeschwindigkeit ein neues Instrument an die Hand. Anders ist dies beispielsweise bei einer Blockflöte oder einem Xylophon. Wichtig bei beiden die Materialqualität; der Kauf bei einem Spezialisten ist empfehlenswert. Ohne großen Aufwand lassen sich mit einem gut gearbeiteten Instrument erste Töne erzeugen und bei guter Pflege ist eine lange Lebens- und Nutzungsdauer gegeben. Das Kind hat damit die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden und gewinnt eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung dazu. Elternwissen.de führt außerdem aus, dass je nach Komplexitätsgrad des Instruments das Gehör, die Geduld und die Ausdauer geschult werden. Musik wirkt sich also positiv auf die Entwicklung von Kindern aus, weswegen mit einem Geschenk dieser Art eine Gehhilfe für den einen oder anderen Entwicklungsschritt mitgegeben wird.

 

Allerdings hat es auch Nachteile, ein Musikinstrument mitsamt dazugehörigen Unterrichtsstunden zu verschenken. Die Lärmbelästigung in den eigenen vier Wänden ist nur einer davon und betrifft noch nicht einmal die Kindesentwicklung direkt. Die nämlich gilt es, zu schützen und optimal zu fördern. Inwieweit ein Instrument da helfen kann, ist strittig. Das gilt insbesondere dann, wenn das Geschenk seitens der Eltern ausgesucht und dem Sprössling auf diese Weise das Mitspracherecht entzogen wird. Die wichtigsten Pro- und Contra-Argument, die für beziehungsweise gegen das Verschenken eines Musikinstruments zu Weihnachten sprechen, sind diese: 
 

Pro:

  • Eine alternative Geschenkidee

    Bevor aufgrund der vorweihnachtlichen Ahnungslosigkeit nun irgendein Geschenk gekauft
    wird, ist es wesentlich sinnvoller, ein Instrument zu verschenken. Findet der oder die
    Beschenkte Gefallen daran, so steht ein aufregender Lernprozess bevor. Ein neues Hobby ist
    geboren und kann sich sowohl auf die nahe als auch auf die entfernte Zukunft auswirken. Wer
    weiß, vielleicht wird damit ja sogar der Grundstein für eine Karriere in der Musikszene gelegt?
 

  • Freunde finden

    Das Lernen eines Musikinstruments kann ebenso wie Fußball oder Reitunterricht zu neuen
    Bekanntschaften führen. Das Schöne daran ist, dass ein gemeinsames Interesse im Normalfall
    bindet, sodass sich hier sogar enge Freunde finden lassen. Gemeinsames Üben motiviert alle
    Beteiligten, sodass sich auch gemeinsame Erfolge schnell einstellen. Die geteilte
    Freizeitaktivität profitiert demnach nicht nur von zwischenmenschlichen Beziehungen, sie
    investiert auch in diese zurück.
 

  • Ehrgeiz entwickeln

    Im Leben gibt es viele Dinge, die erreicht werden wollen. Oftmals scheitert es daran, dass der
    nötige Ehrgeiz fehlt. Indem Kinder schon früh und eigenständig ein Interesse daran entwickeln,
    Ziele zu erreichen, machen sie sich mit ihrem eigenen Ehrgeiz vertraut. Sie wollen nicht auf
    ewig schiefe Klänge aus dem Instrument heraus provozieren, sondern wollen ein Lied
    nachspielen oder ein eigenes komponieren. Fehlende Begabungen oder Fähigkeiten dürften
    da einfach nicht im Weg stehen. Kinder lernen außerdem, auch mit Verzögerungen und
    Enttäuschungen umzugehen. Von diesen Erfahrungen zehren sie in nachfolgenden
    Lebensabschnitten. Sie schaffen sich ihr dickes Fell selbst. 
 

  • Lernen durch Kreativität

    Ob sich Musik wirklich positiv auf die Lernfähigkeit von Kindern auswirkt, ist nicht unbestritten.
    Während die einen Studien behaupten, es wäre nicht so, pochen andere wiederrum auf genau
    diese Vermutungen. Was allerdings nicht angefochten werden kann, ist, dass ein Instrument
    die Kreativität fördert. Eigene Klänge und Melodien können erzeugt werden und künstlerisches
    Interesse regt sich. Das befreit von Stress, den Kinder schon recht früh verspüren, und
    motiviert zu musikalischen Fortschritten. Wird schon die Schule besucht, öffnet sich darüber
    hinaus der Verstand für eine andere Kategorie von Wissen. Eine, die nicht oder zumindest
    nicht in vollen Umfang aus Büchern gelernt werden kann. 
 

Contra:

  • Ungewolltes Hobby 

    Die Entscheidung für das Musikinstrument, das unter dem Weihnachtsbaum landen soll, treffen die Eltern allein. Zumindest tun sie es dann, wenn es sich bei dem Geschenk um eine Überraschung handeln soll – und das ist an Weihnachten meistens so. Unerwartete Geschenke können zwar schön, jedoch auch sehr unpassend sein. Vielleicht ist nur das falsche Instrument gewählt worden, vielleicht aber besteht gar kein Interesse an dem Erhalt eines Instruments geschweige denn an Musikunterricht. Schnell werden Kinder mit einem solchen Geschenk in die eine oder die andere Richtung gestoßen.
     

  • Lärmbelästigung

    Wie bereits erwähnt kann da Spielen eines Instruments stören. Das tut es vor allem dann,
    wenn es noch nicht beherrscht wird und in den Ohren wehtut. In der Anfangsphase, also zu
    dem Zeitpunkt, an dem eigentlich am dringendsten geprobt werden muss, sind die täglichen
    Übungsstunden für alle, die mit dem neu geborenen Musiker zusammenwohnen,
    nervenaufreibend. Das kann schnell zu Verboten, zu Streit und zu einem schiefen Haussegen
    führen.  
 

  • Leistungsdruck

    Natürlich zwingt nicht jede Mutter beziehungsweise jeder Vater sein Kind dazu, schnelle Erfolge     zu erzielen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Kind nicht trotzdem Leistungsdruck verspürt.       Es kann sein, dass es sich selbst zu sehr anspornt oder aber das Gefühl hat, die Eltern
    erwarten nach einem solchen Geschenk entsprechende Fortschritte. Damit wird nicht nur die
    Beziehung zwischen Kind und Eltern belastet. Auch die Freizeit des Kinds verliert an Qualität,       da von einer ständigen Erwartungshaltung ausgegangen wird.  
 

Weihnachtslieder im nächsten Jahr

Ob ein Geschenk den Geschmack des Beschenkten trifft, kann leider niemals hundertprozentig vorausgesagt werden. Allerdings sollten bemühte Eltern in der Lage sein, die potentiellen Interessen ihres Sprösslings einzuschätzen. Anhand dessen kann die Entscheidung für oder gegen ein Instrument gefällt werden. Natürlich bringt ein Musikinstrument auch Aspekte mit sich, die Kind und/oder Eltern belasten können. Im Idealfall aber erlauben Absprachen, dieses Risiko einzudämmen. Es ist zudem Aufgabe der Eltern, dafür Sorge zu tragen, dass kein Leistungsdruck entsteht, der den Spaß des Hobbies trübt. Erfolge feiern, Niederlage mit Trost und Beistand hinnehmen kann helfen, ein gesundes Bewusstsein für Gewinnen und Verlieren zu schaffen. Es ist dem fleißigen Musiker jetzt und in seinem späteren Leben eine Hilfe. Kommt das Geschenk gut an und wird dem Hobby offen gegenübergestanden, ist die Bescherung von Erfolg gekrönt. Schon der erste Weihnachtstag kann von tapfer hervorgelockten Tönen begleitet sein. Und wenn alles gut geht, dann gibt es bereits nächstes Jahr ein schönes Lied unter dem Tannenbaum – auf Blockflöte oder aber Xylophon.