Weihnachten in Berlin

Erzgebirgskunst - traditionell, modern & kreativ

nussknacker dpa

Das Fest der Besinnung steht kurz vor der Tür und die kalten Wintertage sind die beste Gelegenheit, um mit der Familie Zeit zu verbringen. Jetzt ist die Zeit gekommen, um die Wohnung in einen festlichen und strahlenden Glanz einzuhüllen. Mit der richtigen Weihnachtsdekoration wird die Adventszeit zu einem besinnlichen und entspannten Erlebnis.

Hierbei ist die traditionelle Erzgebirgskunst nach wie vor die beliebteste Dekoration zu Weihnachten. Handgemachte Schwibbögen, liebevoll gestaltete Pyramiden und farbenfrohe Nussknacker gehören genauso zur Weihnachtsdekoration, wie auch modernes Kunsthandwerk.


Zauberhafte Weihnachten mit dem traditionellen Handwerk aus dem Erzgebirge


Die Erzgebirgskunst ist als Dekoration an Weihnachten nach wie vor sehr beliebt. Die handgefertigten Kunstwerke tauchen das Wohnzimmer in eine liebevolle Atmosphäre. Bei der Gestaltung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, denn die Erzgebirgskunst bietet viele Dekorationsmöglichkeiten.

1. Lange Tradition: Die Weihnachtspyramide


Diese Form der Dekoration hat eine lange Tradition, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Bereits im Mittelalter kannten die Menschen im Erzgebirge die positive Ausstrahlung der Lichter. Nach ihrem Glauben wurden böse Geister mit Hilfe der Lichter und grüner Zweige vertrieben. Seit dieser Zeit gilt diese weihnachtliche Dekoration als Symbol der Erzgebirgskunst. Der Grundstein für die heutige Form wurde allerdings erst später, im 18. Jahrhundert gesetzt. Die Pyramiden dieser Zeit wurden von vier Stäben gebildet, welche mit grünen Zweigen bestückt waren. An der Spitze wurden die Zweige zusammengebunden und mit Kerzen ausgestattet. Heute schmückt die Weihnachtspyramide in allen Formen, Größen und Farben die Wohnzimmer.

2. Mit viel Schwung: Der Schwibbogen


Der Schwibbogen strahlt in der Weihnachtszeit in vielen Fenstern und ist dabei schön anzuschauen. Er ist das Symbol für den Himmelsbogen mit Sonne, Mond und Sternen. Sie waren vor allem in den Bergwerken ein Ausdruck der Sehnsucht nach Licht. Der Alltag der Bergleute und ihrer Familien wird noch heute im Schwibbogen dargestellt. Die bekanntesten Figuren aus Holz zeigen einen Schnitzer, zwei Bergleute und eine Klöpplerin. Diese Berufe galten als die Haupterwerbsquelle im 18. und 19. Jahrhundert. Heute gibt es den Schwibbogen in allen erdenklichen Größen. Die meist elektrisch betriebenen Rundbögen werden hauptsächlich aus Holz angefertigt. Eine abweichende Form stellt die Lichterspitze dar.

3. Nicht nur dekorativ: Der Nussknacker


Wie sehr freuen sich die Kinder auf die Weihnachtszeit und darauf, endlich wieder Nüsse zu knacken. Am meisten Spaß macht das mit dem originalen Nussknacker aus dem Erzgebirge. Die Freude, welche diese dekorativen Elemente heute ausstrahlen, war nicht immer so beabsichtigt. Im 19. Jahrhundert galt der grimmige Gesichtsausdruck der Holzfigur als Ebenbild der damaligen Obrigkeit. Könige, Förster, Gendarmen und Husaren wurden mit der Kunst angesprochen. Doch die Geschichte der Nussknacker geht bereist bis in die Antike zurück. Heute ist der Nussknacker kaum mehr aus der Weihnachtszeit wegzudenken. Meterhohe Figuren schmücken die Weihnachtsmärkte und nahezu jeder Haushalt schmückt die Weihnachtsteller mit den kleinen Männchen in den verschiedensten Größen und Farben.

4. Dampf ablassen: Die Räuchermännchen


Die Adventszeit ist die Zeit der Düfte und Farben. Im Erzgebirge gilt das Abbrennen von Räucherstäbchen als weihnachtlicher Brauch. Die Räuchermännchen aus dem Erzgebirge wurden bereits im Jahr 1830 erstmals erwähnt. Vor der Erfindung der Räuchermännchen wurden die Räucherstäbchen offen hingestellt. Heute gibt es die verschiedensten Varianten der Männchen. Diese Erzgebirgskunst nimmt ebenfalls Bezug auf die Berufe aus der Region. Neben Förstern, Bergleuten und Soldaten werden in dieser Kunst auch Kloßfrauen und Hausiere dargestellt. Neuere Varianten lassen den Rauch über eine Kaffeekanne oder einen Topf mit Klößen austreten. Immer beliebter werden auch kleine Szenarien, wie drei Skatspieler an einem Tisch, oder auch Räuchermännchen, die an eine Tischkante gesetzt werden können.

5. Moderne Erzgebirgskunst


Auch die Kunst geht mit der Zeit und so versucht die Erzgebirgskunst, sich den modernen Trends anzunähern. Und diese werden geprägt durch Minimalismus und Schlichtheit. Lichtspiralen, die wie ein Perpetuum mobile von der Decke hängen, oder leere Schwibbögen zum selbst gestalten erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Der Tannenbaum bekommt eine ganz andere Wirkung mit modernem Christbaumschmuck. Neben den traditionellen Glaskugeln und Strohfiguren sorgen Wackeltiere aus Holz für ein verspieltes Ambiente. Da kommt nicht nur bei den Erwachsenen Freude auf.

 

Die Weihnachtszeit kommt in Riesenschritten auf uns zu und in wenigen Tagen ist der 2. Advent. Spätestens dann sollte die Wohnung weihnachtlich dekoriert sein und Männeln, Pyramiden und Schwibbögen vom Boden geholt und aufgestellt worden sein.