Weihnachten in Berlin

Wie werde ich ungebetene Gäste los?

Vorweg sei gesagt:

Wir übernehmen keinerlei Verantwortung für jegliche Form von aus dieser Anleitung resultierenden Familientragödien, Ehebrüchen oder Neurosen. 

Nun zum eigentlichen Sujet: Wie werde ich ungebetene Gäste los? 

Im klassischen Ablauf einer Abendveranstaltung werden Sie an folgenden Punkten die ultimative Gelegenheit haben den ungebtenen Gast effizient und langfristig zu vertreiben.

1. Die Wohnung

Sparen Sie sich den festaglichen Frühputz! Machen Sie lieber nach den Feiertagen sauber. Ein wenig Staub, überqellende Altpapiercontainer, verschmierte Badezimmerspiegel, Krümel auf dem Fußboden („Schuhe aus bitte.“), verstaubte Lampenschirme oder auch eine abgenutzte Klobürste (vielleicht mal beim Nachbarn fragen) haben noch niemandem ernsthaft geschadet.

Zudem sollte die Raumtemperatur sich möglichst weit über den üblichen 21° Grad oder aber auch dezent darunter befinden. Wenn Sie es ertragen: Stoßlüften ist sehr effizient.

2. Die Musik

Legen Sie eine möglichst unkonventionelle Musikrichtung auf und drehen Sie ein kleines bißchen zu laut. Nicht zu viel, denn das würde zu schnell zu einer Beschwerde seitens ihrer Gäste führen.

Beispiele für musikalische Ergüsse mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit auf Sympathie wären:

Death Metal (brutal)

Nervige Weihnachtsklassiker. Um genau zu sein: Last Christmas!

YouTube Hitlisten à la „Wo bist du mein Sonnenlicht?“ by Group Tekkan


 

Sollten Sie zu den unglücklichen Menschen zählen, die eine Waschmaschine Modell „Wandernder Presslufthammer“ besitzen, so ist heute ihr Glückstag. Zusätzlich zu der musikalischen Untermalung können Sie ihre Gäste durch die Erosionen ihrer laufenden Waschmaschine beglücken.

3. Die Gastgeber

Seien Sie alles was Sie schon immer mal sein wollten– nur kein guter Gastgeber! Wer Schwierigkeiten hat diese Vorgabe zu konkretisieren, dem sei folgendes angeraten:

Ziehen Sie sich mindestens 3 Mal um. Immer natürlich mit einer möglichst ausführlichen Erklärung warum sie jetzt in das eine und nicht in das andere Outfit gestiegen sind. Etwaige Punkte könnten hier sein: „Da bekomme ich den Bratenduft niemals wieder heraus!“, „Ich bin völlig durchgeschwitzt von der Hitze am Herd“ oder „Zu später Stunde ist mir diese Kluft doch etwas eng geworden.“

Seien Sie permanent mit etwas anderem als ihren Gästen beschäftigt. Das Essen eignet sich da meist ganz wunderbar. Für die restliche Zeit könnten Sie zum Beispiel endlich mal wieder die Krümel vom Fußboden weg saugen oder Staub putzen. Besonders gut macht sich auch der Duft von aggresiven Desinfektionsmittel im Badezimmer.

4. Das Essen

Hier verhält es sich ähnlich zur Musik. Je unkonventioneller desto besser. Kombinieren Sie also um sicher zu gehen etwas wie Muscheln, Schaf oder Känguru mit Zutaten wie Koriander, Rosinen und Kümmel. Alternativ tun es auch Pilze. Die erzielen bereits eine erstaunlich hohe Trefferquote!

Sollten ihre Gäste bis zum Dessert noch nicht gegangen sein, empfehlen wir folgendes: Entweder Sie greifen zu einer stark riechenden Kombination aus Weich und Hartkäse oder wer es lieber süß mag, dem seien türkische Dessertkreationen empfohlen. Damit bekommen Sie auch noch die letzte Zahnfüllung gezogen.

Sollte das alles für Sie nicht umsetzbar sein, empfehlen wir den Schärfegrad ihres Menüs zu erhöhen. Dabei hilft Chili oder aber auch massenhaft Knoblauch.  Simples Versalzen halten wir für zu plump.

Reichen Sie in keinem Fall (zu viel) Brot. Schließlich sollen ihre Gäste sich nicht wohlig vollgefüllt, sondern halb verhungert fühlen. Und zu guter Letzt: Lassen Sie sich viel Zeit beim Kochen- Gut Ding will Weile haben.

Zu den Getränken: Sorgen Sie dafür, dass niemand genug zu trinken bekommt. Außer Leitungswasser natürlich. Schön-Saufen ist leider nicht.

5. Das ewige Nicht-Rauchen

Sollte sich unter ihren Familienmitgliedern ein Raucher befinden, sorgen Sie schnellstmöglich dafür, dass er oder sie Hilfe bekommt. Rauchen ist schlecht! Um ungebetene Gäste loszuwerden, ist ein verqualmtes Esszimmer, allerdings mehr als alles andere geeignet.

Alternative für militante Nichtraucher: Räucherstäbchen.

 

6. Die Geschenke

(Gesehen auf: http://technik.1-2-3.tv/Unterhaltungselektronik/MP3-Player/Tragbarer+CD+Player/?productDetails=404870)

Es ist weitaus leichter einer ungeliebten Person ein unliebsames Geschenk zu machen, als einen geliebten Menschen damit zu erfreuen.

Also machen Sie sich auf die Suche und werden Sie kreativ. Sollten unsere 13 übelsten Geschenkideen ihnen zu abwägig erscheinen haben wir folgende Vorschläge für Sie:

Selbstgehäkelte Socken

Einen Obstkorb

Einen tragbaren CD-Player

Einen Gartenzwerg

Und nicht vergessen: Stumpf ist Trumpf!

 

7. Das Tischgespräch

Versuchen Sie die Gesprächsführung zu übernehmen. Dann leiten Sie den Faden möglichst durch Themen, die für die betreffenden Personen unangenehm sind. Das Ganze soll gleichzeitig aber für die übrigen Gäste nicht abnorm klingen. Hier ist viel Feingefühl gefragt.

Sind Sie in einer kleineren Gesellschaft reicht es manchmal schon aus die Unterhaltung hin und wieder mit vulgären Wortfetzen zu bereichern.

 

8. Das Haustier

Sollten Sie Hundebesitzer sein, so hat ihr geliebter Fiffi in diesem Jahr den Jackpot gezogen. Es heißt: schlabbern, haaren und betteln was das Zeug hält. Jene, die nicht eine Horde Katzen als Alternative anbieten können, leihen sich einfach ein oder mehrere entsprechende Exemplare bei Freunden.

Oder Sie kaufen eins dieser realitätsnahen Imitate und hoffen, dass es keiner merkt.

 

9. Die Give aways

Wenn Sie nicht wollen, dass die von ihnen vergraulten Menschen in ihrem Freundes-, Bekannten- oder Kollegenkreis böswillig über ihre Qualitäten als Gastgeber lästern, empfiehlt sich folgendes:

Drücken Sie jedem beim Hinausgehen eine nette Zugabe in die Hand. Das können zum Beispiel (selbstgebackene), Kekse, Schokolade oder Ähnliches sein. Damit erhaschen Sie sich im besten Fall am Ende jeder Hasstirade ein „Aber die Kekse- die waren grandios. Eigentlich sind SIE ja doch ganz nett.“

 

Abschließend können wir ihnen nur dringend ans Herz legen: Bleiben Sie souverän. Denn nur so sind Sie Herr der Situation und geben das Ruder nicht an ihre Gäste ab. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserer kleinen Liste weiterhelfen oder zumindest ein wenig Beistand leisten konnten.

Frohe Feiertage!